FAQ

Warum wird die getrennte Abwassergebühr eingeführt?

Für die Einleitung von Abwasser in die öffentliche Kanalisation wurde bislang eine Gebühr erhoben, die an die bezogene Trinkwassermenge gekoppelt ist. In dieser Gebühr sind sowohl die Kosten für die Sammlung und Beseitigung von Schmutz- als auch von Regenwasser enthalten. Eine Abrechnung des tatsächlich eingeleiteten Niederschlagwassers in die Kanalisation erfolgt derzeit nicht. Der Anteil der Niederschlagswasserbeseitigung an den Gesamtkosten der Abwasserbeseitigung ist in den letzten Jahren in einem Verhältnis gestiegen, welches eine Umstellung der Gebühr erfordert. Ziel der neuen Gebührenordnung ist somit die gerechtere Verteilung der Kosten für die öffentliche Abwasserbeseitigung entsprechend der tatsächlichen Inanspruchnahme.

Wird die Abwassergebühr zusätzlich erhoben?

Nein, denn die Kosten für die Abwasserbeseitigung werden aufgeteilt in "Kosten Schmutzwasserbeseitigung" und "Kosten Regenwasserbeseitigung". Die Schmutzwassergebühr (weiterhin nach dem Frischwassermaßstab berechnet) wird geringer, die Niederschlagswassergebühr (je nach Größe der bebauten und befestigten angeschlossenen Flächen) wird neu ermittelt.

Was zählt zu den "öffentlichen Abwasserbeseitigungseinrichtungen"?

Zu der "öffentlichen Abwasserbeseitigseinrichtung" zählt die gesamte Kanalisation, wie Regen-, Schmutz- und Mischwasserkanalisation sowie die Kläranlage oder Sonderbauwerke wie Regenrückhaltebecken.

Wie wird bei der Einführung der getrennten Abwassergebühr vorgegangen?

Die Stadt Neuenburg am Rhein erfasst beispielsweise aus Luftbildern die Dachflächen und versiegelten Flächen für jedes Grundstück (auch öffentliche Flächen). Nach Abgleich mit amtlichen Katasterdaten werden diese Flächen in einen grundstücksbezogenen Flächenerfassungsbogen übernommen, den die Eigentümer bzw. Erbbauberechtigte zugeschickt bekommen und überprüfen müssen. In diesem Bogen muss angegeben werden, welche dieser Flächen tatsächlich in die öffentliche Abwasserbeseitigungseinrichtung (z. B. Regenwasserkanalisation) entwässern. Zudem dient der Bogen als Ermäßigungsantrag für teilweise wasserdurchlässige Oberflächen und Gründachflächen sowie für Zisternen. Der ausgefüllte Flächenerfassungsbogen ist nach Überprüfung zu unterschreiben und zurückzusenden. Nach Ermittlung der öffentlichen und privaten befestigten Flächen werden die Abwassergebühren, getrennt nach Schmutz- und Regenwasserbeseitigung, neu kalkuliert und die Gebührenbescheide verschickt.

Wie wird der Bürger in das Projekt einbezogen?

Auf dem Luftbild kann nicht erkannt werden, ob die ermittelte versiegelte Fläche an die Kanalisation angeschlossen ist. Deshalb erhält jeder Grundstückseigentümer bzw. der eingesetzte Verwalter oder Nutzer eine schematisierte Darstellung aller auf seinem Grundstück erkannten Flächen im Farbdruck mit der Bitte, das Einleitverhalten anzugeben.

Können falsche Angaben festgestellt werden?

Die Stadt wird anhand einer maschinell erstellten Übersicht besonders große Abweichungen zwischen der aus dem Luftbild ermittelten versiegelten Fläche und der vom Bürger als einleitend angegebenen überprüfen. Dabei spielt die Möglichkeit zur Versickerung auf Grund der lokalen Gegebenheiten eine wichtige Rolle. Zudem behält sich die Stadt Neuenburg am Rhein das Recht vor, stichprobenartige Überprüfungen vor Ort durchzuführen.

Muss man durch die getrennte Gebühr künftig mehr bezahlen?

Wie hoch die Gebühr pro Quadratmeter einleitender versiegelter Fläche angesetzt werden muss, kann erst nach Kenntnis der Größe der insgesamt einleitenden Flächen ermittelt werden. Diese ergibt sich erst nach der Auswertung aller Flächenerfassungsbögen. Darüber hinaus sind die Kosten für die Entsorgung des Schmutzwassers und des Niederschlagswassers getrennt zu ermitteln. Auch dieses Berechnung kann erst nach der Auswertung durchgeführt werden. Durch die neue Regelung gilt prinzipiell das Verursacherprinzip. Mit anderen Worten, wer wenig versiegelte Fläche besitzt und somit wenig Niederschlagswasser der Abwasserbeseitigungsanlage zuführt, bezahlt weniger!

Was kann man tun, um Geld zu sparen?

Die Niederschlagswassergebühr ist für alle Flächen zu entrichten, die in eine öffentliche Abwasserbeseitigungseinrichtung einleiten. Auch wenn das Grundstück auf eine Straße entwässert und das Niederschlagswasser erst dann in die öffentliche Kanalisation gelangt. Darüber hinaus wird für wasserdurchlässige Oberflächenmaterialien die tatsächlich festgestellte Flächengröße reduziert. Dies trifft zu auf begrünte Dachflächen sowie auf versiegelte Flächen aus versickerungsfähigen Materialien. Das sind wassergebundene Flächen (z. B. Kies oder Schotter) sowie Ökopflastersysteme wie Rasengitter-, Rasenkammer- und Rasenlochsteine, wasser- und luftdurchlässiges Betonpflaster, Pflasterflächen ohne Fugenverguss. Ebenso sind die an Anlagen zur Regenwasserrückhaltung (z.B. Zisternen) angeschlossenen Flächen bevorteilt.

Unsere Adresse

  • Karl Strohmaier GmbH
  • Feldbergstr. 2a
  • 79395 Neuenburg-Grißheim
  • Tel: 07634 / 5110-0
  • Fax: 07634 / 5110-95